Nachruf auf einen großen Mediziner

Portrait von Prof. Dr. med. Josef Eisenburg
Prof. Dr. med. Josef Eisenburg,
*19. März 1927, † 08. Mai 2017
Foto: Privat

Am 08. Mai 2017 verstarb in Planegg Prof. Dr. Josef Eisenburg nach langer schwerer Krankheit.

Geboren wurde er am 19. März 1927 in Dürnbach, in Gmund besuchte er die Volksschule. Für eine höhere Schule hatten die Eltern kein Geld. Der damalige Pfarrer Otto Heichele vermittelte für den begabten Buben den Besuch der Oberrealschule in Miesbach und anschließend in Bad Tölz. Von der Schule weg wurde er als Luftwaffenhelfer nach München verpflichtet, dann musste er noch zur Ausbildung zu den Gebirgsjägern.

Bei Kriegsende ging er als Dolmetscher mit dem späteren Bürgermeister von Dürnbach, Jakob Gstöttenbauer, den Amerikanern mit der weißen Fahne entgegen. Vom 01. Juni 1945 bis 1947, während seines Studiums, war er noch als Dolmetscher bei der Gemeinde Gmund. Bürgermeister Feichtner schrieb im Zeugnis für Josef Eisenburg: „Herr Eisenburg genoss nicht nur mein persönliches Vertrauen, die Gemeinde und ich als Bürgermeister verdanken seiner Hingabe und seiner treuen Mitarbeit ein gutes, vertrauliches Zusammenarbeiten mit allen Ämtern der Alliierten Militärregierung und deren Dienststellen. Sein unermüdliches Mitwirken in allen Aufbauarbeiten verdienen umso höhere Beachtung, als seine Tätigkeit eine selbstgewählte, freiwillige und ehrenamtliche war und er bis heute jede seiner freien Stunden der Gemeinde und meiner Person zur Verfügung gestellt hat."

Er studierte an der Ludwig- Maximilians-Universität Medizin, legte 1951 das Staatsexamen mit der Note „sehr gut" ab. Seine Stationen in München waren „Maria-Theresia-Klinik, I. Medizinische Universitätsklinik, ab 1976 Professor am Klinikum Großhadern, von 1983 - 1993 Chefarzt der internen Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Nymphenburg.

Er führte erstmalig weltweit neue diagnostische und therapeutische Verfahren in der Medizin ein. Über 350 wissenschaftliche Publikationen stammen aus seiner Feder, veröffentlicht im In- und Ausland. 35.000 Leberpunktionen hat er in seiner Kliniktätigkeit ausgeführt; in München war er als „Leberpapst" bekannt. Seine eigenen Bedürfnisse stellte er immer hintenan, zuerst kam der Mensch und Patient. Viele Ehrungen wurden ihm zuteil: Max Lebsche-Medaille, Bundesverdienstkreuz I. Klasse, Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Bayerischer Verdienstorden.

Sein Wunsch, in seiner Heimatpfarrei begraben zu werden, hat sich erfüllt!

Beni Eisenburg

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