Mia san mit'n Radl da!

Deckblatt zu den Musiknoten zum Marsch Hoch der Radfahrer

Die Corona-Pandemie bremst viele Aktivitäten aus, einen Aufschwung gab es allerdings bei den Radfahrern - diese nehmen auffallend zu. Alles schon einmal da gewesen, könnte man sagen. Als sich um 1900 überall Radfahrvereine gründeten, war der Zulauf enorm. 1899 gründeten Gmunder Bürger der Fahrradclub „Gebirgslust“, in Dürnbach wurde der Radfahrverein „Concordia“ aus der Taufe gehoben. Im Mai 1908 hielt der Radlerclub Tegernsee im Hotel Post seine Generalversammlung ab. In Rottach gab es um 1920 den Arbeiter Radfahrer Bund „Solidarität“. Im Vereinslokal Lindl hielt er 1921 eine Christbaumfeier ab und in Wiessee Abwinkl feierte der Radfahrverein im Gasthof Post die Enthüllung seiner Standarte.

Die Heimatzeitung wies zu Beginn der Radlersaison auf die „einfachsten hygienischen Anforderungen des Radfahrens hin. Zunächst achte man auf eine aufrechte Haltung, damit die Wirbelsäule nicht verkümmert wird. Auch der Sattel muss anatomisch richtig gebaut sein, die nach unten gebogene Lenkstange, die den Radfahrer zu einer vornüber gebeugten Haltung zwingt, ist der Gesundheit unzuträglich.“ Einen Helm kannte man noch nicht, ein Hut tat es auch. Es gab aber schon eine Fahrradprüfung und Vorschriften. 1895 wurde in München die Prüfung der Radfahrer eingeführt. Auf der Lenkstange musste ein Blechschild angebracht werden. So ein Schild für Radfahrer wird auch heute wieder gefordert wegen rücksichtslosen Fahrens vor allem in den Städten.

Im Tölzer Kurier von 1896 steht in einer amtlichen Bekanntmachung: „Die Velozipedfahrer müssen eine helltönende Signalglocke und eine helleuchtende Signallampe besitzen. Paragraf 8. Jeder Angehörige des Amtsbezirks hat einen Fahrschein während der Fahrt mit sich zu führen.“

Wie beliebt das Fahrrad war, sieht man auch daran: der Tölzer Joseph Christian Fischer (1866 - 1931) komponierte einen Marsch „Hoch der Radfahrer“ gewidmet dem Ehrenvorsitzenden des Bayerischen Rad- und Motorradfahrer Verbands Frhr. v. Rotenhan.

Beni Eisenburg

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