Kirschbaumblüte

Kirschbaumblüte in Gmund

Im Frühjahr, wenn alles zu blühen beginnt, leuchten sie wieder weiß an Waldrändern und alten Obstgärten - die Kirschbäume. Sie sind neben den Palmbäumen eine erste Bienenweide. Im Herbst bedienen sich die Vögel daran und sie sind als Frucht wichtig zum Schnapsbrennen. Früher standen ganze Reihen von Kirschbäumen an den Weidegrenzen und Bauernwegen. Leider werden sie immer weniger, viele alte Bäume fallen den Stürmen zum Opfer, neue werden kaum gepflanzt. Herzog Luitpold hat in den 50er Jahren am Fuße des Ringbergs unterm Schloss Jungbäume pflanzen lassen. Mittlerweile sind sie alt, einige sind umgefallen, nur wenige leuchten im Frühjahr mit ihren weißen Blüten aus den Fichten heraus. Auch die „Zugspitzspiegler“ haben 1993 in Tegernsee am Kirschbaumhügel drei junge Kirschbäume gepflanzt.

Der Rottacher Chronist Johann Nepomuk Kißlinger schreibt um 1900: „Das raue Klima und der kiesige Boden sind dem Obstbau wenig günstig. Zahlreich waren die Kirschbäume. Man trocknete Kirschen und bereitete Kirschwasser daraus. Branntwein von Obst, besonders Kirschen, werden in jedem Haus bereitet.“

Schon Franz von Kobell lässt den Brandner Kaspar sagen „es is gscheiter als die Rederei da, wannsd mit mir a Glasl Kerschgeist trinkst!“

Als König Max I. Joseph in Tegernsee den Pflieglhof besuchte, kredenzte ihm der Pflieglhofer ein Stamperl Kerschgeist (zu sehen auf einem Gemälde im Museum Tegernseer Tal). In einem Bericht von 1800 ist zu lesen: „Die Mädchen tun sich etwas darauf zu gut, wenn sie ihren Buben Branntwein vorsetzen können.“

Also pflanzt wieder Kirschbäume!

Beni Eisenburg

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