Hanns und Simon Reiffenstuel - die Erbauer der Soleleitung

Foto: Archiv Beni Eisenburg

In der katholischen Pfarrkirche in Tegernsee befindet sich im hinteren Seitenschiff ein Grabstein aus rotem Tegernseer Marmor. Schlecht zu lesen, daher kaum beachtet, jedoch zu erkennen das Wappen der Reiffenstuel. Diese schwere Grabplatte dürfte sich ursprünglich in der alten Pfarrkirche St. Johannes am Brucktor befunden haben, sie kam 1805 in die ehemalige Klosterkirche. Es handelt sich um die Grabplatte von Hanns Reiffenstuel, der am 29. Juni 1620 verstarb.

Dieser hochgeachtete Mann vollbrachte mit dem Bau der Soleleitung von Reichenhall nach Traunstein eine Pioniertat. Heuer werden es 400 Jahre, dass dieses Bauwerk vollendet wurde.

Geboren wurde Hanns Reiffenstuel 1548 im Seeklasengütl in Gmund. Er heiratete die Hofschneiderstochter Anna Wilhelmin aus Tegernsee. Aus der Ehe stammen die Söhne Leonhard, Wolfgang und Johannes und ein unehelicher Sohn Simon. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete er Anna Krinner, Tochter eines Tegernseer Zimmermanns. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Abraham, Nikolaus und Maria.

Als Zimmermann diente Hanns Reiffenstuel im fürstlichen Hofbauamt von Herzog Wilhelm in München. Es gibt zwei Stammhäuser der Reiffenstuel, eines bei der Quirinuskapelle und eines am Tor an der Wacht. Hanns Reiffenstuel erhielt den Auftrag für die Soleleitung, er begann 1617 und nach zwei Jahren war das Werk vollendet. Die Wegstrecke betrug 31 km mit einem Höhenunterschied von 237 m. Dazu benötigte Reiffenstuel an die 9000 Fichtenstämme zu je 4 m Länge, die mit Bohrern von Hand ausgehöhlt wurden. Dazu waren 7 Brunnhäuser nötig mit von Wasserkraft betriebenen Pumpen. Das System und die Pumpen waren das Werk von Simon Reiffenstuel. Er verstarb noch vor seinem Vater am 8. Februar 1620. Seine Grabtafel befindet sich in derTotenkeuche der Gmünder Pfarrkirche. Ein Brunnen vor dem Rathaus in Gmund und eine Straße erinnern an den berühmten Baumeister.

Beni Eisenburg

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